Artikel über Entwicklungskonzept Pietenfeld im Donaukurier

Auszug aus dem Artikel  „Dorfcharakter soll erhalten bleiben“,    Donaukurier, 31.10.2019

“ Um den Dorfkern Pietenfelds auch in Zukunft attraktiv zu gestalten, will die Gemeinde Adelschlag ein Entwicklungskonzept aufstellen.

Das harmonische Bild der schön gestalteten Ortsmitte soll, so der Planer, erhalten bleiben.
Das harmonische Bild der schön gestalteten Ortsmitte soll, so der Planer, erhalten bleiben.  Foto: Kleinhans

Den Wünschen und Bedürfnissen der Bürger soll dabei ein besonderes Augenmerk geschenkt werden, weshalb zu einer Informationsveranstaltung mit dem zuständigen Planungsbüro ins Gasthaus Walk eingeladen worden war.

Zu Beginn der Beteiligungs- und Informationsveranstaltung stellte Bürgermeister Andreas Birzer (CSU) den Vergleich eines Vorortes von Ingolstadt heute und vor 30 Jahren in den Raum. „Können Sie sich erinnern, wie diese Ortschaft damals ausgesehen hat und wie diese heute aussieht? “ Der im genannten Ort verlorengegangene Dorfcharakter soll im Ortsteil Pietenfeld nach den Wünschen der Gemeinde erhalten bleiben. Deshalb, so der Bürgermeister in seinen einführenden Worten, wolle man gemeinsam an der Frage arbeiten, wie dieser Dorfcharakter im Ortskern erhalten bleiben kann, ohne Grundbesitzer gänzlich einzuschränken. Mit dem Instrument eines Entwicklungskonzeptes, das gemeinsam mit den Bewohnern Pietenfelds erarbeitet werden soll, möchte die Gemeinde dieses Ziel vorantreiben und dafür einen entsprechenden Rahmen setzen.

Landschaftsarchitekt und Stadtplaner David Neidl stellte den zahlreichen Besuchern zu Beginn seiner Ausführungen den „Ist-Zustand“ der Ortschaft vor. „Was da ist, wissen Sie aber vermutlich am besten, weshalb wir sie in unseren Planungen mitnehmen möchten“, betonte er. „Auf die vorhandene, schön gestaltete Ortsmitte“, so der Planer, „können Sie stolz sein. “ Um dieses harmonische Bild zu erhalten, sind im Rahmen eines Entwicklungskonzeptes Gedanken anzustellen, welche Nutzungen für den Dorfkern gewünscht und vorstellbar sind. Aufgezeigte Szenarien wie ein großflächiger Garagenhof im direkten Anschluss an den Dorfplatz oder Geschosswohnungsbau würden hier vermutlich nicht angestrebt, weshalb gemeinsame Überlegungen für die Entwicklung des Dorfkerns angestellt werden sollen.

Die rechtlichen Voraussetzungen für Planungen zur Bebauung im Ortskern erläuterte anschließend Landschaftsarchitektin Anke Martin. So zeigte sie auf, welche Vorgaben der Flächennutzungsplan für den Ortskern mit sich bringe. Hierbei wurde deutlich, dass die Möglichkeiten der Bebauung hier relativ offen sind und der Gemeinde wenig Eingriffsmöglichkeiten bieten. Nach Entwicklung entsprechender Ziele sei es deshalb wichtig, mit den Planungsinstrumenten für städtebauliche Planungen vertraut zu sein. Ein angedachtes Ortsentwicklungskonzept soll die Leitbilder, Ziele und geplanten Einzelprojekte für die zukünftige städtebauliche Entwicklung des Ortes darstellen. „Diese Planungsebene“, so Martin, „bildete eine informelle Planung, die den formellen Bauleitplanverfahren vorgelagert ist. Sie bildet die Grundlage für die förmlichen Planungen und erleichtert die Diskussion über langfristige Entwicklungsperspektiven. “

Der auf das Konzept aufbauende städtebauliche Rahmenplan habe zwar nicht die bindende Wirkung eines Bebauungsplans, kann jedoch als Leitlinie die Position der Gemeinde bei Verhandlungen mit Bauwerbern oder Investoren stärken, verdeutliche auch Bürgermeister Birzer nach den Ausführungen der Planer nochmals die Bedeutung des angestrebten Konzepts. Solchen Planungen könnten dann gegebenenfalls Veränderungssperren oder auch ein Innerorts-Bebauungsplan folgen.

Welcher Bereich des Ortes tatsächlich in die Planungen des Entwicklungskonzepts einbezogen wird, steht noch nicht definitiv fest, so der Bürgermeister. Dies werde wie die Ziele und Vorstellungen erst noch definiert. Auf Nachfrage, ob mit dem Konzept der Neubau von Häusern im Ortskern überhaupt noch möglich ist, verdeutliche Birzer nochmals, dass eine Einschränkung diesbezüglich nicht das Ziel der Gemeinde sei: „Es geht nicht darum, dass eine Erneuerung von innen verhindert wird, sondern festzulegen, wie man die gewünschte Entwicklung fördern kann. “ Diese Planungen sollen nunmehr in einem Arbeitskreis fortgeführt werden. Hierzu wird die Gemeinde alle zur Mitarbeit interessierten Anwohner und Bürger des gesamten Ortes nach Festlegung eines Termins nochmals offiziell einladen. “

Kerstin Kleinhans

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