Artikel über Wald- und Forstwirtschaftlicher Erlebnispfad in Der neue Tag

Auszug aus dem Artikel „Zehn Stationen Landwirtschaft“,   Der neue Tag vom 21.03.2019

„Der forstwirtschaftliche Erlebnispfad in den Waldnaabauen ist fast fertig. Doch auch der Landwirtschaft wird ein thematischer Schwerpunkt gesetzt. Allerdings verteuert sich die Umsetzung erheblich.

Bild: tr

Ein Spielturm und weitere Elemente zum Balancieren und Klettern locken demnächst am Forsterlebnispfad. Der Eindruck eines Wasserspielplatzes ist nur vorübergehend und den Regenmassen der vergangenen Tage geschuldet. Ein landwirtschaftlicher Erlebnispfad soll ab 2020 folgen.

Statt 180 000 Euro sind jetzt 450 000 Euro für Planung und Umsetzung des zusätzlichen touristischen Highlights vorgesehen. „Der ursprünglich angesetzte Kostenrahmen reicht nicht, um attraktive Erlebniselemente zu installieren“, erklärte Landrat Wolfgang Lippert im Kreisausschuss. Über das Leader-Programm soll eine Förderung von 200 000 Euro beantragt werden.

Den Eigenanteil des Landkreises bezifferte er auf 60 000 Euro. Der Rest würde bei einem Finanzierungsmodell wie schon beim Aussichtsprojekt Himmelsleiter auf die am Naturschutzgebiet beteiligten Kommunen Tirschenreuth, Mitterteich, Wiesau, Falkenberg und Leonberg entfallen. Entsprechende Beschlüsse stehen noch aus. Der landwirtschaftliche Lehrpfad soll wie der forstwirtschaftliche Rundweg bei Großensterz seinen Anfang nehmen. Auf knapp vier Kilometern Länge sind zehn Stationen mit Infotafeln, Sitzbänken und Besonderheiten geplant. Die erläuterte David Neidl vom Büro Neidl + Neidl aus Sulzbach-Rosenberg.

Als überdimensionalen Tisch mit zwei Stühlen stellen sich die Planer den Aussichtspunkt mit Blick auf Großensterz vor. Im Ort dann, beim Weiher und Feuerwehrhaus, soll „Stall-Leben online“ mit Webcams sichtbar werden. Auch an eine kleine Seebühne mit Floß ist gedacht. Der Insektenwelt widmet sich eine eigene Station. Eventuell will man die Verkehrsinsel einbeziehen, als Bienenweide anlegen und einen Honigautomat aufstellen, sagte David Neidl.

„Wir wollen auch auf Dinge eingehen, die den Bauern auf den Nägeln brennen“, ergänzte Landwirtschaftsdirektor Wolfgang Wenisch in der Sitzung. „Zum Beispiel mit Erklärungen, weshalb sie mit Großgeräten innerhalb kurzer Zeit sehr oft hin- und herfahren müssen, welchen Bodendruck breitere Reifen verursachen oder warum freilaufende Hunde auf Wiesen nicht gerngesehen sind.“ Für eine zeitgemäße Darstellung der Landwirtschaft mit allen Facetten sprach sich auch Hans Klupp (Freie Wähler) aus. Er warnte vor „Folklore-Kitsch“.

Vom Konzept beeindruckt zeigte sich Roland Grillmeier (CSU). Für ein besonderes Naturerlebnis müsse man auch etwas bieten, rechtfertigte er die höheren Kosten. Wenn man sehe, wie viele Leute bei schönem Wetter in den Waldnaabauen unterwegs seien, müsse man die Besucherlenkung intensivieren. Von Begeisterung bei den Anwohnern und Landwirten vor Ort für das Projekt wollte der Mitterteicher Bürgermeister noch nicht sprechen. „Aber man spürt schon freudige Erwartung.“

Als einziger gegen das Konzept stimmte Günter Kopp (Zukunftsliste). Es sei ein schönes Projekt, aber die Aussagen über die Finanzierung seien zu vage. Dass der Landkreis die nicht von Zuschüssen und Kofinanzierung der Gemeinden gedeckten Kosten übernehme, sei Voraussetzung, entgegnete Landrat Lippert: „Wir sind der Träger, sonst funktioniert die Leader-Förderung nicht.“

Regionalmanager Florian Preisinger ergänzte, dass man mit 200000 Euro Förderung rechne und versuche, die weiteren Kosten so gering wie möglich zu halten. Den Unterhalt des Lehrpfades während der 15 Jahre dauernden Zweckbindung sichere die Stadt Mitterteich zu. Verwirklicht werden soll das Projekt in den Jahren 2020/2021.“

 „Zehn Stationen Landwirtschaft“,   Der neue Tag vom 21.03.2019